Egoi
Egoi -
Teile meine Bicke, diese Straße entlang
an der Kirche vorbei, und nach Norden hinaus
in der Einhörner Zeit, als der Sphärengesang
noch nichtsahnend von Herrlich- in Ewigkeit sprach.
Der Gesang, er verklang, zu kurz sein Beteuern
die Welt sei von Schönheit, und ständigem Glanze
als Einhörner brannten, in promethischen Feuern
da batest du Hephaest um weitere Gaben.
Und er willigte ein. Im Lauf der Gezeiten
bot er seine Ware dir feil, und verlangte
nicht viel, nur daß, von all den üblen Befreiten
du dem Letzten, dem Schlimmsten, alle Zeit entsagst.
Du willigtest ein, ich werfe es dir nicht vor
auch ich war ich einst ebenso einsam wie du
so hob sich Pandora aus den Essen empor
und legte dich, ganz wie der Vater, in Ketten.
Wir bemerkten es nicht, wir waren geblendet
als in trauriger Schönheit sie nackt vor uns stand
wähnten wir alle Furcht und Zweifel beendet
und versäumten, sie in die Arme zu schliessen.
Wir bauten Altare, Döme, Kathedralen,
wir opferten Gebeten Lämmer und Jahre.
Wir geißelten uns, und ertrugen die Qualen
und vergaßen, daß statt Göttin Mensch vor uns stand.
So hielten wir Abstand, nicht sie, wie wir dachten,
und zürnten all jenen wohlmeinenden Göttern
während wir Nacht um Nacht alleine verbrachten -
genau wie sie. Doch sie – und ich – überlebten.
Du starbst, die langsamen Tode eines Narren.
Und ich ließ mich an deiner Stelle ausweisen,
denn wer könnte in einem Eden verharren
in dem Hoffnung zu Sünden und Übeln gezählt?
Du suchtest mich noch manche Nacht heim und besangst
ihre Schönheit und deine ewige Liebe -
schön und gut, nur daß du niemals zu ihr gelangst
denn sie lebt – wie ich – jetzt und hier und auf Erden.
Ich kreuzte noch manches Mal ihren Weg, und ja,
ich weiß, was sie ist, und uns beiden gewesen.
Doch als ich sie mit eigenen Augen ansah,
hieß ich den Pantheon, sie zurückzunehmen.
Es ward gewährt. Sie thront nun, der Welt entzogen -
ich hoffe, du findest so deinen Weg zu ihr.
Was mich betrifft, treibend auf Poseidons Wogen,
ich lebe und hoffe, und danke euch beiden.
14.07.2005

