Stundenglas

Zäh fließen die Stunden in Trägheit dahin
Ein Dutzend Mal die Feder gehoben
und seufzend wieder beiseite gelegt

Lautlos zieht die Sonne über Felder hinweg
Du hältst lächelnd meinen Geist im Bann
und blickst über den Rand eines Buches zu mir

Sanft füllt Kaffeeduft den Raum mit Wärme
Der Schauer deines Atems streift meine Haut
und wandelt zärtlich Erinnerung in Sehnsucht

Knisternd verglüht ein weiterer Zug
Meine Hand zittert das Gestern entlang
und wünscht ihren Ort der Ruhe herbei

Unbezähmt füllt dein Bild meine Seele
Vergebens öffnen sich meine Augen
Und finden hier nichts als verrinnende Zeit

23.06.2004


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